Konstitutionslehre

Konstitution ist der aus den Erbanlagen hervorgegangene, aber durch Umwelteinflüsse veränderbare Zustand eines Individuums und seine Reaktionen auf innere und äussere Einflüsse.

Bernhard Aschner

Die Konstitutionslehre ist eine umfassende Erweiterung der Temperamentenlehre und ein Kernbereich der TEN. Wie das Temperament, entsteht auch die Konstitution aus dem Genotyp eines Menschen. Ist jedoch ein Leben lang veränderbar (Phänotyp -> Epikgenetik) durch folgende Faktoren:

  • Alter (Lebensalter – Temperamente)
  • Lebensweise, Ernährung (Diätetik)
  • Soziales- und ökologisches Umfeld
  • Seelische und geistige Bedingungen
  • Krankheitsverlauf

Die Konstitutionsanalyse und Konstitutionsdiagnostik erfolgt heutzutage vorwiegend durch die Irisdiagnose (Augendiagnose). Sie liefert uns wertvolle Informationen zu jedem Individum:

  • Individuelle Reaktionsmuster auf Reize
  • Individuelle humorale Situation (Säftemischung/Gleichgewicht)
  • Funktionelle und organische „Schwachstellen“
  • Hyper- oder hypokinetische Systeme
  • Stabile oder störungsanfällige Systeme
  • Dispositionen: Neigungen zu bestimmten Krankheiten
  • Diathesen: Neigungen zu Fehlreaktionen auf kleine Reize (Allergien…)
  • Typische Mechanismen und Effizienz der Abwehr- und Heilungsstrategien

Die Konstitution sucht ständig nach zulässigen Lösungen für Probleme. Übersteigt die Reizstärke (Probleme) die individuelle Anpassungsbreite, werden Lösungen gefunden, die Symptome hervorbringen und Krankheiten können ausbrechen.

Konstitutions – Typologien
Es gibt verschiedene Systeme um die unterschiedlichen Konstitutionstypen zu charakterisieren und benennen. Es gibt Gemeinsamkeiten unter den verschiedenen Typologien und einzelne sind speziell von der Tätigkeit des Entwicklers geprägt.
Die ausführlichste und für die TEN wichtigste Konstitutionstypologie stammt von Joachim Broy (1921 – 2003). Sie besteht aus 20 Konstitutionstypen und 5 Diathesen. Es handelt sich dabei um Unter- und Mischkonstitutionen der 2 Grundkonstitutionen.

Fazit
Die vom Patienten geschilderten Symptome zeigen nur eine aktuelle Schicht des Problems. Die Konstitutionslehre mit ihrer Diagnostik zeigt weitere Schichten des Problems.
Beides zusammen zeigt uns den systemischen Zustand des Menschen und erlaubt ein umfassendes Therapiekonzept zu erstellen, welches sowohl die akuten Symptome lindert, als auch die konstitutionelle Situation berücksichtigt und regulierend wirken kann.

Literatur
Grundlagen der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde, Bacopa, Christian Raimann u.a.
Humoralmedizinische Praxis Band 1 Arbeitsgrundlagen der TEN, Bacopa, Friedemann Gravelmann, Christian Raimann